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Ein langer Tisch mit vier Papierstapeln, die von links nach rechts immer kleiner werden; ganz rechts liegt ein einzelnes grünes Blatt, auf dem die Hand einer Frau ruht

PR-Erfolg messen

Herausgeber: PR-Professor · Redaktion: Florian Knust und eine clevere KI · Zuletzt geprüft am · Wie ich arbeite

PR-Erfolg messen heißt nicht zählen, wie oft Sie vorkamen, sondern zeigen, was sich dadurch geändert hat. Die international anerkannte Systematik dafür sind die Barcelona Principles der AMEC, seit Juni 2025 in der Fassung 4.0. Sie unterscheidet vier Ebenen, und die meisten Berichte bleiben auf der ersten stehen.

AMEC (International Association for the Measurement and Evaluation of Communication), Barcelona Principles V4.0 · veröffentlicht im Juni 2025

Warum Clippings zählen nicht genügt #

Ein Stapel Veröffentlichungen beweist, dass Sie gearbeitet haben, nicht dass es gewirkt hat.

Der übliche PR-Bericht sieht so aus: soundso viele Beiträge, soundso viele Leser erreicht, hier die Ausdrucke. Das ist bequem zu erheben, sieht nach Ertrag aus und beantwortet die einzige Frage nicht, die die Geschäftsführung wirklich hat: Und was hat uns das gebracht?

Der Grund ist keine Faulheit. Die erste Ebene ist die einzige, die vollständig in der eigenen Hand liegt. Alles darüber hängt von Menschen ab, die nicht auf der Gehaltsliste stehen. Genau deshalb ist der Sprung dorthin die Arbeit, die Pressestellen von Pressestellen unterscheidet.

Ein Trichter, in den von oben viele beschriebene Blätter fallen und aus dem unten ein einzelnes grünes Blatt herauskommt
Oben viele Outputs, unten ein Ergebnis. Die meisten Berichte zählen, was oben hineingeht.

Die vier Ebenen #

Outputs sind, was Sie produziert haben. Out-takes, ob es angekommen ist. Outcomes, ob sich dadurch etwas im Kopf oder im Verhalten geändert hat. Impact, was das für das Unternehmen bedeutet.

EbeneDie Frage dahinterBeispiel aus der Pressearbeit
OutputsWas haben wir produziert und in die Welt geschickt?Vier Meldungen, zwei Fachbeiträge, ein Interview
Out-takesIst es bei den Richtigen angekommen und aufgenommen worden?Neun Veröffentlichungen, davon sechs in den drei Zielmedien, fünf mit der Kernaussage
OutcomesHat sich dadurch eine Einstellung oder ein Verhalten geändert?Anfragen nennen von sich aus das Thema; Bewerbungen steigen; ein Verband lädt ein
ImpactWas bedeutet das für das Unternehmen?Kürzere Verkaufsgespräche, besetzte Stellen, geringere Abhängigkeit von Anzeigen

Die Ebenen bauen aufeinander auf, aber sie sind nicht gleich schwer. Outputs kostet zehn Minuten im Monat. Out-takes kostet eine Stunde. Outcomes verlangt, dass Sie vorher festgelegt haben, worauf Sie achten. Impact ist ohne Zahlen aus dem Vertrieb oder der Personalabteilung nicht zu haben, und die gehören Ihnen nicht.

Meistens funktioniert diese Reihenfolge. Wer sie überspringt und gleich Impact behauptet, landet bei Sätzen wie „Unsere Pressearbeit hat den Umsatz um zwölf Prozent gesteigert" – und kann sie nicht halten, sobald jemand nachfragt.

Warum die Anzeigenäquivalenz nicht zählt #

Der Advertising Value Equivalent rechnet einen Artikel in den Preis um, den eine gleich große Anzeige gekostet hätte. AMEC lehnt diese Kennzahl seit fünfzehn Jahren ab, und Fassung 4.0 wiederholt das ausdrücklich.

Die Zahl ist verführerisch, weil sie aus Pressearbeit einen Eurobetrag macht. Sie ist trotzdem unbrauchbar, aus drei Gründen:

Eine Balkenwaage, deren eine Schale schwer nach unten hängt, während die andere leer oben steht
Die Anzeigenäquivalenz wiegt zuverlässig – nur eben die falsche Sache.

Wenn ein Dienstleister Ihnen einen AVE-Wert in den Monatsbericht schreibt, ist das kein Betrug, sondern meistens Gewohnheit. Bitten Sie um die Ebenen darüber. Wer sie nicht liefern kann, hat sie nicht erhoben.

Was ein kleines Unternehmen wirklich messen kann #

Ohne Marktforschungsbudget kommen Sie sauber bis Ebene drei, und das reicht für jede Rechtfertigung, die Sie brauchen werden.

Die Vorschläge in Lehrbüchern setzen oft eine Befragungswelle vor und nach der Kampagne voraus. Wenn Sie die haben, nutzen Sie sie. Falls nicht, sieht das Machbare so aus:

EbeneOhne Budget machbarAufwand
OutputsListe der versendeten Meldungen und Beiträge10 Minuten im Monat
Out-takesVeröffentlichungen, davon in Zielmedien, davon mit Kernaussage1 Stunde im Monat
OutcomesEine Pflichtfrage im Erstgespräch: „Wie sind Sie auf uns gekommen?“ – und die Antwort wird notiert30 Sekunden je Gespräch
OutcomesSuchanfragen nach Ihrem Firmennamen, monatlich abgelesen5 Minuten im Monat
ImpactNur gemeinsam mit Vertrieb oder Personal, und nur als Beitrag, nicht als UrsacheEin Gespräch im Quartal

Die dritte Zeile ist die wirksamste und wird am häufigsten übersehen. Eine einzige Pflichtfrage im Erstgespräch, konsequent notiert, liefert nach einem halben Jahr belastbarere Aussagen über Ihre Pressearbeit als jede Clipping-Mappe.

Ein Messplan auf einer Seite #

Ein Messplan ist erst dann einer, wenn er vor der Kampagne steht und nicht danach.

Das ist der erste der Barcelona Principles und zugleich der, an dem es in der Praxis scheitert: Wer nachträglich misst, findet Zahlen, die gut aussehen. Wer vorher festlegt, findet Zahlen, die stimmen. Vier Zeilen genügen:

  1. Ziel. Was soll anders sein, und bei wem. Nicht „mehr Bekanntheit“, sondern „Einkäufer im Maschinenbau sollen uns bei Wartungsverträgen mitdenken“.
  2. Zielgruppe. Wer genau. Wenn Sie es nicht in einem Satz sagen können, messen Sie später den Durchschnitt von allem.
  3. Woran Sie es merken würden. Ein bis zwei Beobachtungen je Ebene, vorher aufgeschrieben.
  4. Wann Sie hinsehen. Ein Termin im Kalender, nicht „laufend“.

Diese vier Zeilen passen unter jede Kampagnenplanung. Sie kosten eine halbe Stunde und ersparen die peinlichste aller Fragen: Woran hätten wir eigentlich gemerkt, dass es funktioniert hat?

Was Sie sich dabei nicht vormachen sollten #

Pressearbeit ist einer von vielen Einflüssen, und sauber trennen lässt sie sich fast nie.

Häufige Fragen #

Womit fange ich an, wenn ich bisher gar nicht messe?

Mit der Pflichtfrage im Erstgespräch und einer einzigen Zeile je Veröffentlichung: Medium, Datum, Kernaussage enthalten ja oder nein. Beides zusammen kostet unter einer Stunde im Monat und deckt zwei der vier Ebenen ab.

Wie oft sollte ich berichten?

Monatlich erfassen, quartalsweise bewerten. Wer monatlich bewertet, sieht Rauschen und reagiert darauf. Pressearbeit wirkt in Quartalen, nicht in Wochen.

Was ist der Unterschied zwischen Outcome und Impact?

Ein Outcome ist eine Änderung bei Ihrer Zielgruppe: Sie kennt Sie, denkt anders über Sie, fragt an. Ein Impact ist die Folge davon für das Unternehmen: kürzere Verkaufszyklen, besetzte Stellen, ein besserer Preis. Outcomes können Sie meist selbst beobachten, Impact fast nie allein.

Zählt Reichweite gar nicht?

Doch, aber als Zwischengröße und nicht als Ergebnis. Reichweite sagt, wie viele es hätten sehen können. Ob es jemanden erreicht und etwas verändert hat, sagt sie nicht. Nehmen Sie sie in den Bericht auf, aber nicht als Überschrift.

Was mache ich, wenn meine Agentur nur AVE-Werte liefert?

Fragen Sie nach den Ebenen darüber und geben Sie den Rahmen vor, statt ihn zu erbitten. Die Barcelona Principles sind öffentlich; ein Verweis darauf im Gespräch verschiebt die Beweislast. Wer Out-takes und Outcomes nicht liefern kann, hat sie nicht erhoben.

Brauche ich dafür ein Monitoring-Werkzeug?

Für die ersten beiden Ebenen genügt eine Tabelle und eine Suchmaschinen-Benachrichtigung auf Ihren Firmennamen. Ein bezahltes Werkzeug lohnt sich, wenn Sie mehr als etwa zwanzig Veröffentlichungen im Monat haben oder mehrere Marken beobachten. Darunter zahlen Sie für Bequemlichkeit.

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