In KI-Antworten vorkommen
Herausgeber: PR-Professor · Redaktion: Florian Knust und eine clevere KI · Zuletzt geprüft am · Wie ich arbeite
Ob Ihr Unternehmen in den Antworten von ChatGPT oder Perplexity auftaucht, hängt an zwei Dingen: Es muss im offenen Netz ausreichend beschrieben sein, und Ihre Website muss diese Systeme hereinlassen. Beides können Sie beeinflussen. Diese Seite zeigt, wie Sie den Stand feststellen und woran Sie danach arbeiten.
Warum diese Frage plötzlich auf dem Tisch liegt #
Immer mehr Menschen stellen ihre Fragen einem KI-Assistenten statt einer Suchmaschine, und ein Assistent nennt in seiner Antwort meist nur zwei oder drei Anbieter.
Der Unterschied ist größer, als er zunächst klingt. Eine Suchergebnisseite zeigt zehn Treffer. Wer auf Platz sieben steht, wird selten angeklickt, ist aber immerhin sichtbar. Eine KI-Antwort nennt drei Namen und hört dann auf. Es gibt keine zweite Seite und keine Möglichkeit, weiterzublättern.
Für die Kommunikation heißt das: Der Wettbewerb um die Erwähnung ist deutlich enger geworden. Gleichzeitig ist er zum ersten Mal seit Jahren wieder einer, den Pressearbeit gewinnen kann. Wovon eine KI-Antwort lebt, ist nämlich genau das, was gute Pressearbeit erzeugt.
Wie KI-Systeme entscheiden, wen sie nennen #
Ein KI-Assistent nennt bevorzugt Organisationen, über die an mehreren voneinander unabhängigen Stellen im Netz übereinstimmende Beschreibungen zu finden sind.
Dahinter stecken zwei verschiedene Wege, auf denen eine Antwort entsteht, und es lohnt sich, sie auseinanderzuhalten.
Der erste Weg ist das Gedächtnis des Modells. Ein Sprachmodell hat große Mengen öffentlich zugänglicher Texte verarbeitet. Was dort oft und übereinstimmend vorkam, sitzt fest. Was selten oder widersprüchlich vorkam, fehlt. Dieser Teil lässt sich kurzfristig kaum beeinflussen, weil er beim Training festgelegt wurde.
Der zweite Weg ist die Recherche im Moment der Frage. Systeme wie Perplexity und die Suchfunktionen von ChatGPT rufen bei aktuellen Fragen Seiten ab und bauen die Antwort daraus. Dieser Teil ist beeinflussbar, und zwar sofort. Er ist auch der Grund, warum die Einstellung Ihrer Website eine Rolle spielt.
Für beide Wege gilt dieselbe Regel: Eine einzelne Quelle überzeugt kein System. Wenn Ihr Unternehmen nur auf Ihrer eigenen Website beschrieben wird, bleibt es eine Behauptung. Steht dieselbe Beschreibung zusätzlich in einem Fachbeitrag und in einem Branchenverzeichnis, wird daraus eine belastbare Angabe.
Das ist der eigentlich tröstliche Befund für Ihr Berufsfeld. Unabhängige Erwähnungen an glaubwürdigen Stellen zu erzeugen, ist keine neue Disziplin. Das ist Ihr Handwerk, nur mit einem zusätzlichen Empfänger.
Der Selbsttest in einer Viertelstunde #
Sie stellen zehn typische Fragen in zwei verschiedenen KI-Assistenten und notieren jedes Mal, ob und wie Ihr Unternehmen genannt wird.
Der Test kostet ungefähr fünfzehn Minuten und braucht kein Werkzeug außer einem Browser. Drei Dinge sind dabei wichtig:
- Ohne Anmeldung arbeiten. Öffnen Sie ein privates Fenster. Sind Sie angemeldet, kennt das System Ihre bisherigen Fragen und nennt Ihr Unternehmen womöglich nur deshalb.
- Zwei Systeme prüfen. ChatGPT und Perplexity antworten unterschiedlich, weil sie unterschiedlich recherchieren. Ein Ergebnis allein sagt wenig.
- Aus Kundensicht fragen. Formulieren Sie so, wie jemand fragt, der Sie noch nicht kennt. Also „Welche Anbieter für Verpackungslogistik gibt es im Rheinland" statt „Was macht die Musterfirma GmbH".
Diese zehn Fragen decken die Lagen ab, in denen ein Unternehmen vorkommen kann:
| Nr. | Frage | Was sie prüft |
|---|---|---|
| 1 | Was ist [Firma]? | Grundwissen über Sie |
| 2 | Welche Anbieter für [Leistung] gibt es in [Region]? | Auffindbarkeit ohne Namensnennung |
| 3 | Wer sind die bekanntesten Anbieter für [Leistung] in Deutschland? | Position im Feld |
| 4 | Ist [Firma] ein seriöses Unternehmen? | Ruf |
| 5 | Was kostet [Leistung] ungefähr? | Werden Sie als Beispiel genannt |
| 6 | Welche Alternativen zu [Firma] gibt es? | Wettbewerbsumfeld aus Systemsicht |
| 7 | Wer steht hinter [Firma]? | Sichtbarkeit der Personen |
| 8 | Gibt es Kritik an [Firma]? | Negatives, das Sie kennen sollten |
| 9 | Für welche Art von Kunden eignet sich [Firma]? | Ist Ihre Zielgruppe erkennbar |
| 10 | Was unterscheidet [Firma] von [Wettbewerber]? | Ist Ihre Position erkennbar |
Notieren Sie zu jeder Antwort eine von vier Bewertungen: korrekt genannt, gar nicht genannt, falsch dargestellt, oder ein Wettbewerber genannt statt Ihnen. Die letzte Bewertung ist die unangenehmste und die lehrreichste.
Bis der Reputationscheck fertig ist, arbeiten Sie mit der Fragenliste in diesem Abschnitt und dem Protokollbogen weiter unten. Beides deckt dieselben zehn Fragen ab, Sie tippen sie nur selbst ein.
Die drei häufigsten Gründe, warum ein Unternehmen fehlt #
Fast alle Fälle von Unsichtbarkeit gehen auf zu wenig unabhängiges Material im Netz, auf ausgesperrte KI-Systeme oder auf ein nirgends klar beschriebenes Angebot zurück.
Erstens: Es gibt zu wenig unabhängiges Material. Ihre Website beschreibt Sie ausführlich, sonst niemand. Für ein KI-System sieht das aus wie eine Selbstauskunft ohne Bestätigung. Der Ausweg ist unspektakulär und dauert Monate: Fachbeiträge, Interviews, Verbandslisten, Branchenverzeichnisse, Vorträge mit Programmeintrag. Also Pressearbeit.
Zweitens: Die eigene Website sperrt die Systeme aus. Auf jeder Website gibt es eine Datei namens robots.txt (damit steuert eine Website, welche automatischen Besucher sie hereinlässt). Viele Baukästen und Zusatzmodule sperren die KI-Systeme dort standardmäßig aus, und niemand im Unternehmen weiß davon. Wer ausgesperrt hat, kommt in Antworten aus der Live-Recherche nicht vor. Das lässt sich in wenigen Minuten ändern – allerdings nicht pauschal, denn nicht jeder dieser Besucher tut dasselbe. Der nächste Abschnitt trennt sie auseinander.
Drittens: Das Angebot ist nirgends in klaren Worten beschrieben. Steht auf Ihrer Startseite „Wir denken Kommunikation neu", kann kein System daraus ableiten, was Sie verkaufen und für wen. Ein Satz wie „Wir übernehmen die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Maschinenbauer mit 50 bis 500 Mitarbeitern" ist maschinenlesbar und menschenlesbar zugleich. Diese Änderung kostet eine Stunde und wirkt am schnellsten von allen dreien.
Was die Kommunikation dagegen tun kann #
Am stärksten wirkt, was ohnehin auf Ihrem Plan steht: nachprüfbare Aussagen an Stellen veröffentlichen, die andere zitieren.
Diese Maßnahmen zahlen unmittelbar auf die Sichtbarkeit in KI-Antworten ein:
- Eine Seite, die Klartext spricht. Was Sie machen, für wen, in welcher Region, in welcher Größenordnung. Ohne Bildsprache, ohne Anspielungen. Diese eine Seite ist die Grundlage für alles Weitere.
- Fachbeiträge in der Branchenpresse. Ein Beitrag in einem Fachmedium ist eine unabhängige Bestätigung Ihrer Existenz und Ihres Themas. Genau danach suchen die Systeme.
- Einträge in Fachverzeichnissen und Verbandslisten. Unaufregend, oft kostenlos, und für Maschinen sehr gut lesbar, weil sie strukturiert sind.
- Eigene Zahlen veröffentlichen. Eine kleine Auswertung aus Ihrem Arbeitsalltag, sauber dokumentiert, wird häufiger zitiert als zehn Meinungsbeiträge. Zahlen, die es sonst nirgends gibt, sind der stärkste Hebel überhaupt.
- Personen sichtbar machen. Namen mit Funktion und Themen. Systeme verknüpfen Unternehmen über Personen, und Personen sind leichter eindeutig zuzuordnen als Firmennamen.
Zu Wikipedia ein ehrliches Wort: Ein Eintrag wirkt stark, weil er in fast jedem Trainingsmaterial steckt. Er ist aber nur möglich, wenn die Relevanzkriterien erfüllt sind. Ein Eintrag, der die Kriterien nicht erfüllt, wird gelöscht und der Versuch hinterlässt einen schlechten Eindruck. Prüfen Sie die Kriterien, bevor Sie jemanden beauftragen.
Was die IT beitragen muss #
Ihre Website muss den KI-Systemen den Zugriff erlauben, und das ist eine Einstellung, die Ihre IT oder Ihre Agentur in wenigen Minuten prüfen kann.
Wann das nicht trägt: Ihr Haus aus guten Gründen nicht gefunden werden will. Anwaltskanzleien mit heiklen Mandaten, Auftragsfertiger unter Geheimhaltung und Sicherheitsdienstleister haben genau umgekehrte Interessen. Unsichtbarkeit ist dann kein Versäumnis, sondern das Ziel.
Sie brauchen dafür keinen Zugang und keine Kenntnisse. Eine Sache sollten Sie aber vorher wissen, weil sie in vielen Anleitungen durcheinandergeht.
Zwei Familien, zwei Entscheidungen
Die Anbieter schicken mehrere verschiedene automatische Besucher, und die haben unterschiedliche Aufgaben. Die eine Gruppe holt Ihre Seite, um sie in einer Antwort zu nennen und zu verlinken. Die andere Gruppe sammelt Material, aus dem künftige Modelle lernen. Für Sichtbarkeit brauchen Sie nur die erste Gruppe.
| Besucher | Wofür | Für Sichtbarkeit nötig? |
|---|---|---|
| OAI-SearchBot | Nennung in ChatGPTs Suche | ja |
| ChatGPT-User | Holt Ihre Seite, wenn jemand in ChatGPT danach fragt | ja |
| Claude-SearchBot | Nennung in Claudes Suche | ja |
| Claude-User | Holt Ihre Seite auf Nachfrage eines Nutzers | ja |
| PerplexityBot | Aufnahme in den Index von Perplexity | ja |
| Perplexity-User | Holt Ihre Seite auf Nachfrage eines Nutzers | ja |
| GPTBot | Sammelt Material fürs Training künftiger OpenAI-Modelle | nein |
| ClaudeBot | Sammelt Material fürs Training künftiger Anthropic-Modelle | nein |
| Google-Extended | Steuert nur, ob Google Ihre Inhalte für Gemini verwenden darf | nein |
| Applebot-Extended | Steuert nur, ob Apple Ihre Inhalte fürs Training verwenden darf | nein |
Zwei Feinheiten, die regelmäßig für Fehlalarm sorgen. Google-Extended ist kein Besucher, sondern nur ein Schalter: Wer ihn zumacht, verschwindet nicht aus der normalen Google-Suche, sondern untersagt lediglich die Verwendung für Gemini. Und Applebot-Extended ist nicht dasselbe wie Applebot – der normale Applebot bedient Siri und Spotlight und bleibt davon unberührt.
Praktisch heißt das: Die sechs oberen Zeilen freigeben ist eine reine Sichtbarkeitsfrage und meistens unstrittig. Die vier unteren sind eine eigene Entscheidung, die im Haus getroffen werden sollte und nicht von einer Voreinstellung im Baukasten. Sie können in ChatGPT genannt werden und dem Training trotzdem widersprechen – die Schalter sind unabhängig voneinander.
Kopieren Sie den folgenden Text in eine E-Mail an die Zuständigen:
Betreff: Kurze Prüfung: Sind wir für KI-Suchsysteme sichtbar? Hallo zusammen, könnt ihr bitte prüfen, ob unsere Website die Zugriffe der KI-Suchsysteme zulässt? Es geht um die Datei robots.txt. Diese Zugriffe sollten erlaubt sein, sie sorgen fuer die Sichtbarkeit in KI-Antworten: OAI-SearchBot, ChatGPT-User (OpenAI) Claude-SearchBot, Claude-User (Anthropic) PerplexityBot, Perplexity-User (Perplexity) Falls dort aktuell "Disallow" steht, bitte auf "Allow" umstellen. Diese vier bitte NICHT mit umstellen, sondern so lassen, wie sie sind. Sie betreffen nicht die Sichtbarkeit, sondern die Frage, ob unsere Inhalte fuer das Training kuenftiger Modelle verwendet werden duerfen. Darueber entscheiden wir gesondert: GPTBot (OpenAI, Training) ClaudeBot (Anthropic, Training) Google-Extended (Google, nur Gemini - nicht die Google-Suche) Applebot-Extended (Apple, Training) Hintergrund: Die Systeme oben beantworten inzwischen einen relevanten Teil der Fragen zu unserem Unternehmen. Wer sie aussperrt, kommt in diesen Antworten nicht vor. Rückmeldung genügt mir per Mail. Danke!
Ein zweiter Punkt für dieselbe E-Mail: Wichtige Aussagen müssen als Text auf der Seite stehen. Was nur in einer Grafik, in einem PDF oder in einem nachgeladenen Element steckt, wird von diesen Systemen häufig nicht erfasst. Das betrifft überraschend oft genau die Seiten, auf denen das Leistungsangebot beschrieben ist.
Was sich nicht versprechen lässt #
Niemand kann garantieren, dass ein Unternehmen in einer bestimmten KI-Antwort auftaucht, und wer das verspricht, verkauft Ihnen etwas.
Vier Punkte gehören dazu, bevor Sie Geld ausgeben:
- Es gibt keine Platzierung zu kaufen. Anders als bei Suchanzeigen existiert kein Werbeplatz in einer KI-Antwort. Angebote, die das behaupten, beschreiben in Wahrheit Suchmaschinenoptimierung mit neuem Namen.
- Die Systeme ändern sich laufend. Was heute zu einer Nennung führt, kann in einem halben Jahr anders gewichtet sein. Stabil bleibt die Grundlage: unabhängige, übereinstimmende, zugängliche Beschreibungen.
- Ergebnisse schwanken. Dieselbe Frage kann zweimal hintereinander unterschiedlich beantwortet werden. Bewerten Sie deshalb ein Gesamtbild aus zehn Fragen und nicht eine einzelne Antwort.
- Aussperren kann richtig sein, kostet aber nichts an Sichtbarkeit. Manche Häuser wollen ausdrücklich nicht, dass ihre Inhalte in Trainingsmaterial landen. Das ist eine legitime Entscheidung, und sie ist billiger als viele denken: Weil Training und Suche von getrennten Zugriffen gesteuert werden, kostet ein Nein zum Training keine einzige Nennung in einer KI-Antwort.
Häufige Fragen #
Wie oft sollte ich den Test wiederholen?
Einmal im Quartal genügt. Notieren Sie die Ergebnisse im selben Protokoll, dann sehen Sie die Entwicklung statt einer Momentaufnahme.
Muss ich das Training erlauben, um in ChatGPT vorzukommen?
Nein. Beides wird über getrennte Zugriffe gesteuert: OAI-SearchBot und ChatGPT-User sorgen für die Nennung, GPTBot sammelt Trainingsmaterial. Bei Anthropic und Google ist es genauso aufgebaut. Sie können also dem Training widersprechen und trotzdem sichtbar sein. Nachzulesen bei den Anbietern selbst: OpenAI und Anthropic.
Wie lange dauert es, bis Änderungen wirken?
Die Freigabe in der robots.txt wirkt auf die Live-Recherche innerhalb von Tagen bis Wochen. Neue unabhängige Erwähnungen brauchen Monate, weil sie erst gefunden und eingeordnet werden müssen.
Zählt Social Media dafür?
Kaum. Die meisten Netzwerke sind für diese Systeme schlecht zugänglich. Ein Fachbeitrag auf einer frei erreichbaren Website wiegt schwerer als hundert Beiträge in einem geschlossenen Netzwerk.
Was mache ich, wenn eine Antwort etwas Falsches über uns behauptet?
Suchen Sie die Quelle. In fast allen Fällen gibt es im Netz eine veraltete oder fehlerhafte Seite, aus der die Angabe stammt. Diese Quelle zu korrigieren wirkt, das System direkt korrigieren zu wollen wirkt nicht.
Brauchen wir dafür eine Agentur?
Für den Test nicht, den machen Sie in einer Viertelstunde selbst. Für die Arbeit danach reicht Pressearbeit, die den zusätzlichen Empfänger mitdenkt.
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