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Eine Frau steht vor einer großen Pinnwand mit vielen gleich großen Karten und heftet eine weitere daran

In KI-Antworten vorkommen

Herausgeber: PR-Professor · Redaktion: Florian Knust und eine clevere KI · Zuletzt geprüft am · Wie ich arbeite

Ob Ihr Unternehmen in den Antworten von ChatGPT oder Perplexity auftaucht, hängt an zwei Dingen: Es muss im offenen Netz ausreichend beschrieben sein, und Ihre Website muss diese Systeme hereinlassen. Beides können Sie beeinflussen. Diese Seite zeigt, wie Sie den Stand feststellen und woran Sie danach arbeiten.

Warum diese Frage plötzlich auf dem Tisch liegt #

Immer mehr Menschen stellen ihre Fragen einem KI-Assistenten statt einer Suchmaschine, und ein Assistent nennt in seiner Antwort meist nur zwei oder drei Anbieter.

Der Unterschied ist größer, als er zunächst klingt. Eine Suchergebnisseite zeigt zehn Treffer. Wer auf Platz sieben steht, wird selten angeklickt, ist aber immerhin sichtbar. Eine KI-Antwort nennt drei Namen und hört dann auf. Es gibt keine zweite Seite und keine Möglichkeit, weiterzublättern.

Für die Kommunikation heißt das: Der Wettbewerb um die Erwähnung ist deutlich enger geworden. Gleichzeitig ist er zum ersten Mal seit Jahren wieder einer, den Pressearbeit gewinnen kann. Wovon eine KI-Antwort lebt, ist nämlich genau das, was gute Pressearbeit erzeugt.

Wie ein Sprachmodell auf Ihr Unternehmen kommt Drei Stufen mit Pfeilen dazwischen: Quellen im Netz, Training und Abruf, Antwort im Chat. Die erste Stufe ist hervorgehoben, weil nur dort ein Unternehmen eingreifen kann. Quellen im Netz Website, Wikipedia,Branchenverzeichnisse,Presseberichte Training und Abruf Beim Anbieter,nicht bei Ihnen Antwort im Chat Zwei, drei Namen,sonst nichts Nur hier können Sie eingreifen. Unabhängige Erwähnungen an glaubwürdigen Stellen. Das ist Pressearbeit, nur mit einem zusätzlichen Empfänger. Was hier steht, habenSie nie geschrieben.
Drei Stufen bis zur Antwort. Beeinflussbar ist nur die erste.

Wie KI-Systeme entscheiden, wen sie nennen #

Ein KI-Assistent nennt bevorzugt Organisationen, über die an mehreren voneinander unabhängigen Stellen im Netz übereinstimmende Beschreibungen zu finden sind.

Dahinter stecken zwei verschiedene Wege, auf denen eine Antwort entsteht, und es lohnt sich, sie auseinanderzuhalten.

Der erste Weg ist das Gedächtnis des Modells. Ein Sprachmodell hat große Mengen öffentlich zugänglicher Texte verarbeitet. Was dort oft und übereinstimmend vorkam, sitzt fest. Was selten oder widersprüchlich vorkam, fehlt. Dieser Teil lässt sich kurzfristig kaum beeinflussen, weil er beim Training festgelegt wurde.

Der zweite Weg ist die Recherche im Moment der Frage. Systeme wie Perplexity und die Suchfunktionen von ChatGPT rufen bei aktuellen Fragen Seiten ab und bauen die Antwort daraus. Dieser Teil ist beeinflussbar, und zwar sofort. Er ist auch der Grund, warum die Einstellung Ihrer Website eine Rolle spielt.

Für beide Wege gilt dieselbe Regel: Eine einzelne Quelle überzeugt kein System. Wenn Ihr Unternehmen nur auf Ihrer eigenen Website beschrieben wird, bleibt es eine Behauptung. Steht dieselbe Beschreibung zusätzlich in einem Fachbeitrag und in einem Branchenverzeichnis, wird daraus eine belastbare Angabe.

Das ist der eigentlich tröstliche Befund für Ihr Berufsfeld. Unabhängige Erwähnungen an glaubwürdigen Stellen zu erzeugen, ist keine neue Disziplin. Das ist Ihr Handwerk, nur mit einem zusätzlichen Empfänger.

Der Selbsttest in einer Viertelstunde #

Sie stellen zehn typische Fragen in zwei verschiedenen KI-Assistenten und notieren jedes Mal, ob und wie Ihr Unternehmen genannt wird.

Eine Frau hält eine einzelne Karte prüfend hoch; auf dem Tisch vor ihr liegen viele gleich große Karten dicht nebeneinander
Der Test besteht daraus, nachzusehen – nicht daraus, es zu vermuten.

Der Test kostet ungefähr fünfzehn Minuten und braucht kein Werkzeug außer einem Browser. Drei Dinge sind dabei wichtig:

  1. Ohne Anmeldung arbeiten. Öffnen Sie ein privates Fenster. Sind Sie angemeldet, kennt das System Ihre bisherigen Fragen und nennt Ihr Unternehmen womöglich nur deshalb.
  2. Zwei Systeme prüfen. ChatGPT und Perplexity antworten unterschiedlich, weil sie unterschiedlich recherchieren. Ein Ergebnis allein sagt wenig.
  3. Aus Kundensicht fragen. Formulieren Sie so, wie jemand fragt, der Sie noch nicht kennt. Also „Welche Anbieter für Verpackungslogistik gibt es im Rheinland" statt „Was macht die Musterfirma GmbH".

Diese zehn Fragen decken die Lagen ab, in denen ein Unternehmen vorkommen kann:

Nr.FrageWas sie prüft
1Was ist [Firma]?Grundwissen über Sie
2Welche Anbieter für [Leistung] gibt es in [Region]?Auffindbarkeit ohne Namensnennung
3Wer sind die bekanntesten Anbieter für [Leistung] in Deutschland?Position im Feld
4Ist [Firma] ein seriöses Unternehmen?Ruf
5Was kostet [Leistung] ungefähr?Werden Sie als Beispiel genannt
6Welche Alternativen zu [Firma] gibt es?Wettbewerbsumfeld aus Systemsicht
7Wer steht hinter [Firma]?Sichtbarkeit der Personen
8Gibt es Kritik an [Firma]?Negatives, das Sie kennen sollten
9Für welche Art von Kunden eignet sich [Firma]?Ist Ihre Zielgruppe erkennbar
10Was unterscheidet [Firma] von [Wettbewerber]?Ist Ihre Position erkennbar

Notieren Sie zu jeder Antwort eine von vier Bewertungen: korrekt genannt, gar nicht genannt, falsch dargestellt, oder ein Wettbewerber genannt statt Ihnen. Die letzte Bewertung ist die unangenehmste und die lehrreichste.

Bis der Reputationscheck fertig ist, arbeiten Sie mit der Fragenliste in diesem Abschnitt und dem Protokollbogen weiter unten. Beides deckt dieselben zehn Fragen ab, Sie tippen sie nur selbst ein.

Die drei häufigsten Gründe, warum ein Unternehmen fehlt #

Fast alle Fälle von Unsichtbarkeit gehen auf zu wenig unabhängiges Material im Netz, auf ausgesperrte KI-Systeme oder auf ein nirgends klar beschriebenes Angebot zurück.

Erstens: Es gibt zu wenig unabhängiges Material. Ihre Website beschreibt Sie ausführlich, sonst niemand. Für ein KI-System sieht das aus wie eine Selbstauskunft ohne Bestätigung. Der Ausweg ist unspektakulär und dauert Monate: Fachbeiträge, Interviews, Verbandslisten, Branchenverzeichnisse, Vorträge mit Programmeintrag. Also Pressearbeit.

Zweitens: Die eigene Website sperrt die Systeme aus. Auf jeder Website gibt es eine Datei namens robots.txt (damit steuert eine Website, welche automatischen Besucher sie hereinlässt). Viele Baukästen und Zusatzmodule sperren die KI-Systeme dort standardmäßig aus, und niemand im Unternehmen weiß davon. Wer ausgesperrt hat, kommt in Antworten aus der Live-Recherche nicht vor. Das lässt sich in wenigen Minuten ändern – allerdings nicht pauschal, denn nicht jeder dieser Besucher tut dasselbe. Der nächste Abschnitt trennt sie auseinander.

Drittens: Das Angebot ist nirgends in klaren Worten beschrieben. Steht auf Ihrer Startseite „Wir denken Kommunikation neu", kann kein System daraus ableiten, was Sie verkaufen und für wen. Ein Satz wie „Wir übernehmen die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Maschinenbauer mit 50 bis 500 Mitarbeitern" ist maschinenlesbar und menschenlesbar zugleich. Diese Änderung kostet eine Stunde und wirkt am schnellsten von allen dreien.

Was die Kommunikation dagegen tun kann #

Am stärksten wirkt, was ohnehin auf Ihrem Plan steht: nachprüfbare Aussagen an Stellen veröffentlichen, die andere zitieren.

Diese Maßnahmen zahlen unmittelbar auf die Sichtbarkeit in KI-Antworten ein:

Zu Wikipedia ein ehrliches Wort: Ein Eintrag wirkt stark, weil er in fast jedem Trainingsmaterial steckt. Er ist aber nur möglich, wenn die Relevanzkriterien erfüllt sind. Ein Eintrag, der die Kriterien nicht erfüllt, wird gelöscht und der Versuch hinterlässt einen schlechten Eindruck. Prüfen Sie die Kriterien, bevor Sie jemanden beauftragen.

Was die IT beitragen muss #

Ihre Website muss den KI-Systemen den Zugriff erlauben, und das ist eine Einstellung, die Ihre IT oder Ihre Agentur in wenigen Minuten prüfen kann.

Wann das nicht trägt: Ihr Haus aus guten Gründen nicht gefunden werden will. Anwaltskanzleien mit heiklen Mandaten, Auftragsfertiger unter Geheimhaltung und Sicherheitsdienstleister haben genau umgekehrte Interessen. Unsichtbarkeit ist dann kein Versäumnis, sondern das Ziel.

Zwei Frauen im Profil, eine reicht der anderen ein Blatt Papier über einen Tisch
Ein fertiger Text, den man weiterreichen kann.

Sie brauchen dafür keinen Zugang und keine Kenntnisse. Eine Sache sollten Sie aber vorher wissen, weil sie in vielen Anleitungen durcheinandergeht.

Zwei Familien, zwei Entscheidungen

Die Anbieter schicken mehrere verschiedene automatische Besucher, und die haben unterschiedliche Aufgaben. Die eine Gruppe holt Ihre Seite, um sie in einer Antwort zu nennen und zu verlinken. Die andere Gruppe sammelt Material, aus dem künftige Modelle lernen. Für Sichtbarkeit brauchen Sie nur die erste Gruppe.

BesucherWofürFür Sichtbarkeit nötig?
OAI-SearchBotNennung in ChatGPTs Sucheja
ChatGPT-UserHolt Ihre Seite, wenn jemand in ChatGPT danach fragtja
Claude-SearchBotNennung in Claudes Sucheja
Claude-UserHolt Ihre Seite auf Nachfrage eines Nutzersja
PerplexityBotAufnahme in den Index von Perplexityja
Perplexity-UserHolt Ihre Seite auf Nachfrage eines Nutzersja
GPTBotSammelt Material fürs Training künftiger OpenAI-Modellenein
ClaudeBotSammelt Material fürs Training künftiger Anthropic-Modellenein
Google-ExtendedSteuert nur, ob Google Ihre Inhalte für Gemini verwenden darfnein
Applebot-ExtendedSteuert nur, ob Apple Ihre Inhalte fürs Training verwenden darfnein

Zwei Feinheiten, die regelmäßig für Fehlalarm sorgen. Google-Extended ist kein Besucher, sondern nur ein Schalter: Wer ihn zumacht, verschwindet nicht aus der normalen Google-Suche, sondern untersagt lediglich die Verwendung für Gemini. Und Applebot-Extended ist nicht dasselbe wie Applebot – der normale Applebot bedient Siri und Spotlight und bleibt davon unberührt.

Praktisch heißt das: Die sechs oberen Zeilen freigeben ist eine reine Sichtbarkeitsfrage und meistens unstrittig. Die vier unteren sind eine eigene Entscheidung, die im Haus getroffen werden sollte und nicht von einer Voreinstellung im Baukasten. Sie können in ChatGPT genannt werden und dem Training trotzdem widersprechen – die Schalter sind unabhängig voneinander.

Kopieren Sie den folgenden Text in eine E-Mail an die Zuständigen:

Betreff: Kurze Prüfung: Sind wir für KI-Suchsysteme sichtbar?

Hallo zusammen,

könnt ihr bitte prüfen, ob unsere Website die Zugriffe der
KI-Suchsysteme zulässt? Es geht um die Datei robots.txt.

Diese Zugriffe sollten erlaubt sein, sie sorgen fuer die
Sichtbarkeit in KI-Antworten:

  OAI-SearchBot, ChatGPT-User        (OpenAI)
  Claude-SearchBot, Claude-User      (Anthropic)
  PerplexityBot, Perplexity-User     (Perplexity)

Falls dort aktuell "Disallow" steht, bitte auf "Allow" umstellen.

Diese vier bitte NICHT mit umstellen, sondern so lassen, wie sie
sind. Sie betreffen nicht die Sichtbarkeit, sondern die Frage, ob
unsere Inhalte fuer das Training kuenftiger Modelle verwendet
werden duerfen. Darueber entscheiden wir gesondert:

  GPTBot             (OpenAI, Training)
  ClaudeBot          (Anthropic, Training)
  Google-Extended    (Google, nur Gemini - nicht die Google-Suche)
  Applebot-Extended  (Apple, Training)

Hintergrund: Die Systeme oben beantworten inzwischen einen
relevanten Teil der Fragen zu unserem Unternehmen. Wer sie
aussperrt, kommt in diesen Antworten nicht vor.

Rückmeldung genügt mir per Mail. Danke!

Ein zweiter Punkt für dieselbe E-Mail: Wichtige Aussagen müssen als Text auf der Seite stehen. Was nur in einer Grafik, in einem PDF oder in einem nachgeladenen Element steckt, wird von diesen Systemen häufig nicht erfasst. Das betrifft überraschend oft genau die Seiten, auf denen das Leistungsangebot beschrieben ist.

Was sich nicht versprechen lässt #

Niemand kann garantieren, dass ein Unternehmen in einer bestimmten KI-Antwort auftaucht, und wer das verspricht, verkauft Ihnen etwas.

Vier Punkte gehören dazu, bevor Sie Geld ausgeben:

Häufige Fragen #

Wie oft sollte ich den Test wiederholen?

Einmal im Quartal genügt. Notieren Sie die Ergebnisse im selben Protokoll, dann sehen Sie die Entwicklung statt einer Momentaufnahme.

Muss ich das Training erlauben, um in ChatGPT vorzukommen?

Nein. Beides wird über getrennte Zugriffe gesteuert: OAI-SearchBot und ChatGPT-User sorgen für die Nennung, GPTBot sammelt Trainingsmaterial. Bei Anthropic und Google ist es genauso aufgebaut. Sie können also dem Training widersprechen und trotzdem sichtbar sein. Nachzulesen bei den Anbietern selbst: OpenAI und Anthropic.

Wie lange dauert es, bis Änderungen wirken?

Die Freigabe in der robots.txt wirkt auf die Live-Recherche innerhalb von Tagen bis Wochen. Neue unabhängige Erwähnungen brauchen Monate, weil sie erst gefunden und eingeordnet werden müssen.

Zählt Social Media dafür?

Kaum. Die meisten Netzwerke sind für diese Systeme schlecht zugänglich. Ein Fachbeitrag auf einer frei erreichbaren Website wiegt schwerer als hundert Beiträge in einem geschlossenen Netzwerk.

Was mache ich, wenn eine Antwort etwas Falsches über uns behauptet?

Suchen Sie die Quelle. In fast allen Fällen gibt es im Netz eine veraltete oder fehlerhafte Seite, aus der die Angabe stammt. Diese Quelle zu korrigieren wirkt, das System direkt korrigieren zu wollen wirkt nicht.

Brauchen wir dafür eine Agentur?

Für den Test nicht, den machen Sie in einer Viertelstunde selbst. Für die Arbeit danach reicht Pressearbeit, die den zusätzlichen Empfänger mitdenkt.

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