PR-Professor
Ein Mann am Schreibtisch hält ein Blatt in der Hand und legt es in einen von zwei Ablagekörben, der eine gut gefüllt, der andere fast leer

Ist das überhaupt eine Meldung?

Herausgeber: PR-Professor · Redaktion: Florian Knust und eine clevere KI · Zuletzt geprüft am · Wie ich arbeite

Acht Fragen zu Ihrem Thema, und Sie wissen, ob eine Pressemitteilung sich lohnt. Das Werkzeug rechnet Ihre Antworten zu einem Wert zusammen und listet auf, was für eine tragfähige Meldung noch fehlt. Es läuft in Ihrem Browser, es wird nichts übertragen und nichts gespeichert.

Ist das überhaupt eine Meldung? #

Acht Fragen zu Ihrem Thema. Dauert zwanzig Sekunden, nichts wird übertragen.

  1. Aktualität. Ist es in den letzten sieben Tagen passiert oder passiert es in den nächsten vier Wochen?
  2. Nähe. Betrifft es Menschen im Verbreitungsgebiet des Mediums, das Sie anschreiben wollen?
  3. Nutzen. Können Sie in einem Satz sagen, was sich für die Leserin ändert?
  4. Zahl. Gibt es eine Zahl, die die Sache greifbar macht?
  5. Abweichung. Ist etwas anders als sonst? Ein erstes Mal, ein Rekord, ein Bruch mit der Regel?
  6. Fremde Stimme. Gibt es jemanden zum Zitieren, der nicht Ihre eigene Geschäftsführung ist?
  7. Bild. Haben Sie ein verwendbares Bild oder bekommen Sie eines binnen zwei Tagen?
  8. Werbetest. Würde die Meldung noch stimmen, wenn Sie Ihren Firmennamen streichen?

Zählen Sie die Punkte, bei denen Sie Ja sagen können. Ab sechs von acht ist es eine Meldung.

Warum diese acht Fragen #

Redaktionen entscheiden nach Nachrichtenwert, also danach, wie stark ein Vorgang die eigene Leserschaft angeht. Die acht Fragen sind die Kriterien, die dabei tatsächlich zählen.

Wann das nicht trägt: eine Redaktion ein Thema aus dem eigenen Haus verfolgt. Dann zählt nicht, wie stark Ihr Vorgang ist, sondern ob er in eine Recherche passt, die dort ohnehin läuft. Ein an sich schwaches Thema kann zur richtigen Woche stark sein.

Eine Frau sitzt vor einem Blatt und zählt an den Fingern der erhobenen Hand ab
Acht Fragen, nacheinander. Wer fünf davon bejaht, hat eine Meldung.

Die Nachrichtenwerttheorie ist in der Kommunikationswissenschaft seit Jahrzehnten beschrieben und wird in jedem Volontariat behandelt. Für die tägliche Arbeit ist sie meist zu abstrakt formuliert. Dieses Werkzeug macht daraus etwas Abhakbares.

Die Gewichtung ist nicht gleichmäßig. Aktualität, Nähe und Nutzen zählen dreifach, weil eine Meldung ohne diese drei praktisch chancenlos ist. Zahl, Abweichung, fremde Stimme und der Werbetest zählen doppelt. Das Bild zählt einfach, weil es sich am leichtesten nachliefern lässt.

Die acht Kriterien im Einzelnen #

Jedes Kriterium beantwortet eine Frage, die eine Redakteurin sich in den ersten Sekunden stellt, meist ohne sie auszusprechen.

Aktualität, dreifach gewichtet

Nachrichten sind verderbliche Ware. Was vor drei Monaten passiert ist, kann noch ein guter Fachbeitrag sein, aber es ist keine Meldung mehr. Der brauchbare Zeitraum reicht von etwa einer Woche rückwärts bis vier Wochen voraus. Alles davor braucht einen neuen Aufhänger.

Nähe, dreifach gewichtet

Nähe ist räumlich oder fachlich. Eine Lokalzeitung fragt, wer hier vor Ort betroffen ist. Ein Fachmagazin fragt, ob die Branche das angeht. Wer beides nicht beantworten kann, schreibt an die falsche Redaktion, und daran ändert auch der beste Text nichts.

Nutzen für die Leserschaft, dreifach gewichtet

Das am häufigsten übersehene Kriterium. Es fragt nicht, was Ihr Haus getan hat, sondern was davon bei jemand anderem ankommt. Wenn dieser Satz nicht in einem Zug hinzuschreiben ist, fehlt er später auch im Lead, und dann fehlt der Meldung der Grund, gedruckt zu werden.

Eine belastbare Zahl, doppelt gewichtet

Zahlen machen abstrakte Vorgänge greifbar und geben einer Redaktion etwas, das sie in die Überschrift setzen kann. Wichtig ist die Belastbarkeit: eine Prozentangabe ohne Basis ist keine Zahl, sondern eine Behauptung. Schreiben Sie dazu, woher der Wert stammt.

Abweichung, doppelt gewichtet

Was jedes Jahr gleich abläuft, ist ein Termin. Was abweicht, ist eine Nachricht. Zum ersten Mal, zum letzten Mal, früher als geplant, gegen den Branchentrend: Das sind die Formulierungen, nach denen Sie in Ihrem eigenen Vorgang suchen sollten.

Eine Stimme von außen, doppelt gewichtet

Zitate der eigenen Geschäftsführung sind erwartbar und werden entsprechend gelesen. Eine betroffene Person, eine Partnerorganisation oder eine unabhängige Fachfrau hebt eine Meldung sofort. Das kostet einen Anruf und wirkt stärker als jede Umformulierung.

Verwendbares Bild, einfach gewichtet

Online-Redaktionen brauchen ein Bild, sonst erscheint die Meldung im Zweifel gar nicht. Mindestens 1.500 Pixel Breite, Rechte geklärt, Bildunterschrift dabei. Es zählt nur einfach, weil es sich am leichtesten nachreichen lässt.

Der Werbetest, doppelt gewichtet

Die Gegenprobe zum Schluss: Streichen Sie gedanklich Ihren Firmennamen aus der Meldung. Bleibt ein Sachverhalt übrig, ist es eine Nachricht. Bleibt nichts, ist es Werbung, und eine Redaktion erkennt das schneller als Sie den Text schreiben konnten.

Was Sie mit dem Ergebnis machen #

Das Ergebnis lässt sich als Aufgabenliste in die Zwischenablage legen und im Team weiterreichen.

Jeder Punkt, den Sie mit Nein oder „weiß nicht“ beantwortet haben, erscheint unter dem Ergebnis mit dem nächsten Schritt. Die Reihenfolge richtet sich nach der Gewichtung, oben steht also das, was am meisten bringt.

Der Knopf „Als Aufgabenliste kopieren“ erzeugt einen reinen Textblock mit Punktzahl, Datum und allen offenen Punkten. Der lässt sich in eine E-Mail, in Slack oder in ein Aufgabenwerkzeug einfügen. In vielen Häusern ist genau das der Weg, auf dem eine Meldung überhaupt in Gang kommt.

Was das Werkzeug nicht kann #

Es bewertet Ihre eigene Einschätzung, nicht Ihren Vorgang. Ob Ihre Antworten stimmen, weiß nur die Redaktion, an die Sie schreiben.

Ein leerer Stuhl steht an einem Tisch, auf dem ein Blatt und ein Stift liegen
Die Rechnung nimmt Ihnen das Werkzeug ab. Die Entscheidung nicht.

Ein Wert von 15 Punkten ist keine Abdruckgarantie, und 6 Punkte sind kein Verbot. Was zusätzlich hineinspielt, kann kein Programm wissen: die Themenlage an genau diesem Tag, wie viel Platz das Blatt hat, ob gerade eine größere Sache läuft, und ob die Redaktion Sie kennt.

Das Ergebnis ist deshalb ein Gesprächsanfang, kein Urteil. Es hilft vor allem gegen den häufigsten Fehler in der Pressearbeit: Zeit in eine Meldung zu stecken, die von Anfang an keine war.

Häufige Fragen #

Werden meine Antworten gespeichert?

Nein. Es gibt keine Übertragung an einen Server, keinen Cookie und keine Speicherung im Browser. Wenn Sie die Seite schließen, ist alles weg.

Was bedeutet die Antwort „weiß nicht“?

Sie zählt wie ein Nein, wird im Ergebnis aber anders benannt. Statt „das fehlt“ steht dort „zu klären“. Das ist der Unterschied zwischen einer Lücke und einer offenen Frage.

Ab wie vielen Punkten lohnt sich eine Meldung?

Ab 13 von 18 Punkten trägt der Nachrichtenwert. Zwischen 8 und 12 fehlt meist eine Kleinigkeit, oft eine Zahl oder ein Zitat. Unter 8 Punkten ist eine Pressemitteilung das falsche Instrument, aber nicht unbedingt das falsche Thema.

Kann ich das Werkzeug ohne JavaScript benutzen?

Dann sehen Sie die acht Kriterien als Liste und zählen selbst. Ab sechs von acht Ja-Antworten ist es eine Meldung. Die Gewichtung entfällt in diesem Fall.

Was ist der Unterschied zum Pressemitteilungs-Prüfer?

Dieses Werkzeug fragt vor dem Schreiben, ob es sich lohnt. Der Pressemitteilungs-Prüfer sieht sich danach den fertigen Text an. Beide zusammen decken Anfang und Ende ab.

Alle Fragen dieses Nachschlagewerks auf einer Seite

Weiterlesen

Eine Frau steht am linken Bildrand und weist mit offener Hand nach rechts auf die weiterführenden Artikel