Prompts für die Pressearbeit
Herausgeber: PR-Professor · Redaktion: Florian Knust und eine clevere KI · Zuletzt geprüft am · Wie ich arbeite
Zwanzig einsatzfertige Prompts für die tägliche Pressearbeit, geordnet nach den vier Arbeitsschritten Vorbereiten, Schreiben, Prüfen und Verteilen. Zu jedem steht dabei, wann er versagt. Diese Zeile fehlt in den meisten Prompt-Sammlungen und ist der Teil, der Ihnen Arbeit erspart.
Woran man einen brauchbaren Prompt erkennt #
Ein Prompt, der in der Pressearbeit funktioniert, besteht aus fünf Teilen: Aufgabe, Material, Vorgaben, Format und Verbote. Der längste Teil ist das Material.
Die meisten Prompts, die im Umlauf sind, bestehen fast nur aus Aufgabe und Format. Sie liefern deshalb allgemeine Antworten, die zu jedem Unternehmen passen und zu keinem gehören.
Der Unterschied liegt beim Material. Wer drei Absätze eigene Angaben mitgibt, bekommt einen Text über sein Unternehmen. Wer eine Zeile mitgibt, bekommt einen Text über Unternehmen im Allgemeinen.
Der fünfte Teil, die Verbote, ist der am meisten unterschätzte. Ein Sprachmodell füllt jede Lücke, die Sie offenlassen. Wenn Sie ihm nicht ausdrücklich untersagen, Zahlen zu erfinden, erfindet es Zahlen. Deshalb endet fast jeder Prompt auf dieser Seite mit einer Verbotszeile.
So benutzen Sie die Sammlung #
Kopieren Sie den Kasten vollständig in Ihr KI-Werkzeug und ersetzen Sie jede eckige Klammer durch Ihre eigenen Angaben, bevor Sie abschicken.
Bleibt eine Klammer stehen, füllt das Modell sie selbst aus, und das ist der Punkt, an dem die meisten Ergebnisse unbrauchbar werden. Alle Prompts sind auf deutschsprachige Pressearbeit ausgelegt. Sie kommen ohne anbieterspezifische Funktionen aus und laufen deshalb bei jedem der großen Anbieter.
Markieren und Kopieren genügt. Wer eine ganze Meldung prüfen lassen will, statt sie neu zu schreiben, nimmt den Pressemitteilungs-Prüfer.
Gruppe 1: Vorbereiten #
Die fünf Prompts dieser Gruppe helfen bei der Frage, ob es überhaupt eine Meldung gibt und was ihr Kern ist.
1. Nachrichtenwert prüfen
Du bist Redakteur einer [Lokalzeitung / Fachzeitschrift für BRANCHE] und entscheidest, welche Meldungen ins Blatt kommen. Hier ist mein Vorgang: [drei bis fünf Sätze, was passiert ist] Bewerte streng, ob das für deine Leserschaft eine Meldung ist. Antworte in drei Teilen: 1. Deine Entscheidung: drucken, kurz vermelden, ablegen. 2. Der Grund in einem Satz. 3. Welche eine Angabe fehlt dir, um anders zu entscheiden. Sei so kritisch, wie du es an einem vollen Tag wärst. Beschönige nicht.
Funktioniert nicht, wenn Sie das Ergebnis als Freigabe lesen. Das Modell kennt Ihre Region und Ihre Konkurrenzlage nicht. Es liefert eine Gegenmeinung zur eigenen Begeisterung, mehr nicht.
2. Themen aus vorhandenem Material ziehen
Hier ist Material aus meiner Organisation: [Jahresbericht, Projektliste, Protokollauszug, Zahlenblatt] Finde daraus zehn mögliche Presseanlässe. Für jeden gib an: - Der Anlass in einem Satz - Welches Medium sich dafür interessiert - Was mir dafür noch fehlt Sortiere nach Aussicht auf Veröffentlichung, das Aussichtsreichste zuerst. Erfinde nichts hinzu, was nicht im Material steht.
Funktioniert nicht, wenn Sie weniger als eine Seite Material mitgeben. Aus dünnem Material kommen zehn allgemeine Vorschläge, die auf jedes Unternehmen passen.
3. Die Kernaussage finden
Hier ist mein Vorgang in ausführlicher Form: [alles, was Sie wissen, ungeordnet] Formuliere daraus die eine Kernaussage in maximal 25 Wörtern. Sie muss beantworten: Was ist neu und für wen ändert sich dadurch etwas. Gib danach drei Alternativen mit anderem Schwerpunkt und sage zu jeder in einem Satz, für welches Medium sie taugt.
Funktioniert nicht, wenn Ihr Vorgang mehrere gleichrangige Neuigkeiten enthält. Dann bekommen Sie einen Kompromiss, der keine davon trägt. Teilen Sie in zwei Meldungen.
4. Fragen vorbereiten, die kommen werden
Wir melden Folgendes: [Ihre Meldung im Entwurf] Du bist ein kritischer Wirtschaftsjournalist. Stelle die zwölf unangenehmsten Rückfragen, die dir dazu einfallen. Sortiere sie nach Wahrscheinlichkeit. Markiere die drei Fragen, bei denen eine ausweichende Antwort am meisten schadet.
Funktioniert nicht, wenn es um einen laufenden Konflikt geht. Bei heiklen Lagen fehlen dem Modell die Beteiligten und die Vorgeschichte, es fragt dann an der Sache vorbei.
5. Ein Hintergrundpapier eindampfen
Hier ist ein Fachtext aus unserem Haus: [Text einfügen] Erstelle daraus ein Hintergrundpapier für Journalisten: - Überschrift - Fünf Kernaussagen als Aufzählung - Ein Absatz Einordnung für Fachfremde - Drei Zahlen, die im Text belegt sind, mit Fundstelle Verwende nur Angaben aus dem Text. Wenn eine Zahl im Text keine Quelle hat, schreibe [QUELLE FEHLT] dahinter.
Funktioniert nicht, wenn der Fachtext viele Abkürzungen aus Ihrem Haus enthält. Das Modell rät ihre Bedeutung und rät oft falsch. Schreiben Sie sie vorher aus.
Gruppe 2: Schreiben #
Diese fünf Prompts erzeugen Textbausteine. Alle setzen voraus, dass die Substanz schon feststeht.
6. Die Pressemitteilung aus dem Briefing
Schreibe eine deutschsprachige Pressemitteilung. Anlass: [was passiert ist] Datum und Ort: [Datum, Ort] Organisation: [Name, Rechtsform, Sitz] Belegte Zahlen: [nur geprüfte Zahlen] Zitatgeber: [Name, Funktion] Zielmedium: [Medientyp] Aufbau: fallende Wichtigkeit. Umfang: maximal 2.500 Zeichen. Sprache: sachlich, keine Superlative. Verwende ausschliesslich diese Angaben. Fehlt dir etwas, schreibe [FEHLT: was genau] statt zu vermuten.
Funktioniert nicht, wenn Sie die letzte Zeile weglassen. Dann werden Gründungsjahre und Wachstumsraten erfunden. Der ausführliche Durchlauf dazu steht auf Pressemitteilung mit ChatGPT schreiben.
7. Betreffzeilen im Vergleich
Hier ist meine fertige Pressemitteilung: [Text einfügen] Schreibe acht Betreffzeilen für die E-Mail an die Redaktion. Jede maximal 65 Zeichen. Keine Ausrufezeichen, keine Werbesprache, kein Wortspiel. Vier davon sollen die Neuigkeit nennen, vier den Nutzen für die Leserschaft. Sortiere nach Wahrscheinlichkeit, dass die Mail geöffnet wird, und begründe die erste Wahl in einem Satz.
Funktioniert nicht, wenn Ihre Meldung keine klare Neuigkeit hat. Dann klingen alle acht gleich, und das ist die eigentliche Auskunft.
8. Den Lead auf Länge bringen
Hier ist der erste Absatz meiner Meldung: [Absatz einfügen] Kürze ihn auf maximal 40 Wörter. Er muss danach immer noch beantworten: wer, was, wann, wo. Das Warum darf raus, wenn der Platz nicht reicht. Gib mir drei Fassungen mit unterschiedlicher Reihenfolge und markiere, welche Information du jeweils geopfert hast.
Funktioniert nicht, wenn im Ausgangsabsatz mehrere Sachverhalte stecken. Kürzen kann nur wegnehmen, nicht sortieren. Vorher Prompt 3 laufen lassen.
9. Ein Zitat mit Aussage
Zitatgeber: [Name, Funktion] Sachverhalt: [was gemeldet wird] Haltung dieser Person dazu: [in eigenen Worten, ein bis zwei Sätze, wie die Person es tatsächlich sagen würde] Schreibe drei Zitatvorschläge, je ein bis zwei Sätze. Regeln: keine Floskeln wie "freuen uns" oder "wichtiger Schritt". Kein Satz, der auf jede beliebige Organisation passen würde. Jedes Zitat muss eine Information oder eine Bewertung enthalten, die sonst nirgends im Text steht.
Funktioniert nicht, wenn Sie die Zeile „Haltung dieser Person" leer lassen. Dann kommen genau die Floskeln zurück, die Sie verboten haben. Und: Jedes Zitat braucht vor dem Versand die Freigabe der zitierten Person.
10. Die Boilerplate
Angaben zu unserer Organisation: [Name, Rechtsform, Sitz, Gründungsjahr, Beschäftigte, Tätigkeit, Besonderheit, Website] Schreibe daraus drei Fassungen des Absatzes "Über uns" am Ende einer Pressemitteilung: mit 40, 60 und 90 Wörtern. Sachlich, keine Selbstbewertung, keine Superlative. Verwende nur die Angaben oben. Keine Formulierung wie "führend", "innovativ" oder "renommiert".
Funktioniert nicht, wenn Sie ihn einmal laufen lassen und das Ergebnis jahrelang benutzen. Die Beschäftigtenzahl veraltet, und eine falsche Zahl in der Boilerplate steht unter jeder Meldung.
Gruppe 3: Prüfen #
Diese fünf Prompts finden Fehler in einem fertigen Text. Sie sind der Teil der Sammlung, der am meisten Ärger verhindert.
11. Erfundene Angaben aufspüren
Hier ist mein Briefing: [alle Angaben, die Sie ins Rennen geschickt haben] Hier ist der erzeugte Text: [Text einfügen] Liste jede Angabe im Text auf, die sich nicht auf das Briefing zurückführen lässt. Zahlen, Namen, Jahreszahlen, Bewertungen, Marktaussagen. Gib eine Tabelle aus: Angabe im Text, im Briefing vorhanden ja oder nein. Bewerte nichts, liste nur auf.
Funktioniert nicht, wenn Sie ihn in derselben Unterhaltung laufen lassen, in der der Text entstanden ist. Das Modell verteidigt dann seine eigene Ausgabe. Neue Unterhaltung öffnen.
12. Werbesprache entfernen
Hier ist mein Text: [Text einfügen] Markiere jede Formulierung, die eine Redaktion als Werbesprache streichen würde. Dazu zählen Superlative, Selbstbewertungen, unbelegte Steigerungen und Adjektive ohne Messgrösse. Gib zu jeder Fundstelle eine sachliche Ersatzformulierung an. Ändere den Text nicht selbst, ich entscheide.
Funktioniert nicht, wenn die Werbesprache aus einem Zitat stammt. Zitate dürfen wertend sein, das ist ihre Aufgabe. Nehmen Sie sie vorher heraus.
13. Verständlichkeit für Fachfremde
Hier ist mein Text: [Text einfügen] Du bist Redakteur einer Lokalzeitung ohne Fachwissen zu [Branche]. Markiere jede Stelle, an der du aussteigen würdest: unerklärte Fachbegriffe, Abkürzungen, vorausgesetztes Wissen. Schlage für jede Stelle eine Erklärung in maximal acht Wörtern vor, die in Klammern dahinter passt.
Funktioniert nicht, wenn Sie an ein Fachmedium versenden. Dort wirken erklärte Selbstverständlichkeiten herablassend. Diesen Prompt nur für den allgemeinen Verteiler benutzen.
14. Auf Zeichenzahl kürzen
Hier ist mein Text: [Text einfügen] Kürze ihn auf maximal [Zahl] Zeichen inklusive Leerzeichen. Regel für das Kürzen: von hinten nach vorn. Der erste Absatz bleibt vollständig erhalten. Keine Information aus dem ersten Absatz darf verschwinden. Sage mir danach in einer Liste, welche Aussagen du gestrichen hast.
Funktioniert nicht, wenn Sie keine Zahl einsetzen. „Kürze deutlich" führt zu Kürzungen zwischen zehn und sechzig Prozent, jedes Mal anders.
15. Die eigenen KI-Muster finden
Hier ist mein Text: [Text einfügen] Finde die typischen Merkmale maschinell erzeugter Texte: - Aufzählungen aus genau drei gleichgebauten Elementen - Konstruktionen nach dem Muster "nicht X, sondern Y" - lange Gedankenstriche als Stilmittel - Übergangsfloskeln wie "darüber hinaus" oder "zudem" - zusammenfassende Schlusssätze - Adjektive ohne Beleg Liste jede Fundstelle mit Zeilenzusammenhang auf und schlage eine schlichtere Formulierung vor.
Funktioniert nicht, wenn Sie dem Ergebnis blind folgen. Manche Dreier-Aufzählungen sind sachlich nötig, etwa bei drei Standorten. Prüfen Sie jede Fundstelle einzeln.
Gruppe 4: Verteilen #
Die letzten fünf Prompts betreffen den Weg zur Redaktion, also den Teil der Pressearbeit, an dem sich entscheidet, ob die Meldung überhaupt gelesen wird.
16. Das Anschreiben personalisieren
Empfänger: [Name, Medium, Ressort] Worüber diese Person zuletzt geschrieben hat: [Titel oder Thema, in Ihren Worten] Meine Nachricht: [Kernaussage in einem Satz] Warum für ihre Leserschaft relevant: [Grund] Was ich anbiete: [Gesprächspartner, Zahlen, Bildmaterial] Schreibe ein Anschreiben von maximal fünf Sätzen. Es muss erkennbar sein, dass ich die Arbeit dieser Person kenne. Keine Anrede-Floskeln, direkt zur Sache. Erfinde nichts über die Person hinzu.
Funktioniert nicht, wenn Sie die Zeile zur letzten Veröffentlichung leer lassen. Das Modell erfindet dann einen Beitrag, und die Person merkt das im ersten Satz.
17. Den Verteiler strukturieren
Ich baue einen Presseverteiler für [Branche, Region]. Entwirf mir die Tabellenstruktur: Welche Spalten braucht ein Verteiler, damit ich damit über Jahre arbeiten kann? Zu jeder Spalte einen Satz, wozu sie dient. Denke an Ansprache, Rückfragen, Nachfassen, Sperrfristen und die Pflege veralteter Einträge. Gib die Struktur als Tabelle mit einer Beispielzeile aus.
Funktioniert nicht, wenn Sie erwarten, dass das Modell die Namen liefert. Adressen recherchiert man im Impressum und am Telefon. Wie das geht, steht unter Pressearbeit.
18. Die Nachfass-Notiz
Ich habe am [Datum] diese Meldung an [Medium] geschickt: [Kernaussage in einem Satz] Schreibe mir einen Gesprächsleitfaden für einen Anruf von unter einer Minute. Ich frage nicht, ob die Mail angekommen ist. Ich biete etwas an: [Gesprächspartner / Zahlen / Bildmaterial / Ortstermin]. Gib mir den Einstiegssatz wörtlich und drei mögliche Fortsetzungen je nach Reaktion.
Funktioniert nicht, wenn Sie nichts anzubieten haben. Dann erzeugt der Prompt einen höflichen Anruf ohne Anlass, und der schadet mehr als er nützt.
19. Eine Absage auswerten
Meine Meldung: [Kernaussage] Die Antwort der Redaktion: [Wortlaut der Absage oder Beschreibung der Reaktion] Was sagt diese Absage über meine Meldung, über meine Auswahl des Mediums und über meinen Zeitpunkt? Gib mir drei konkrete Änderungen für das nächste Mal. Beschönige nicht.
Funktioniert nicht, wenn gar keine Antwort kam. Schweigen hat zu viele mögliche Gründe, das Modell rät dann. Aus Schweigen lernen Sie nur über die Menge: Wenn zwanzig Meldungen unbeantwortet bleiben, liegt es an Ihnen.
20. Die Meldung für eine zweite Zielgruppe
Hier ist meine Meldung für [Ursprungsmedium]: [Text einfügen] Schreibe sie um für [anderes Medium, andere Leserschaft]. Was sich ändern darf: Reihenfolge, Betonung, Erklärtiefe, Betreffzeile, Länge. Was gleich bleiben muss: alle Fakten, alle Zahlen, das Zitat im Wortlaut. Sage mir danach in zwei Sätzen, was du warum umgestellt hast.
Funktioniert nicht, wenn die zweite Zielgruppe eine andere Nachricht braucht. Umschreiben hilft bei anderer Tonlage. Bei anderem Kern schreiben Sie eine zweite Meldung.
Häufige Fragen #
Kann ich die Prompts weitergeben?
Ja. Sie dürfen kopiert, verändert und in Ihrem Haus als Vorlage abgelegt werden. Eine Quellenangabe freut uns und ist keine Bedingung.
Warum stehen die Prompts nicht in einem Kopierfeld?
Weil ein Kopierfeld JavaScript braucht und diese Seite bewusst ohne auskommt. Der Baukasten kommt später als eigenes Werkzeug.
Muss ich die Prompts an mein Modell anpassen?
Selten. Die Formulierungen sind so gewählt, dass sie bei allen großen Anbietern funktionieren. Was sich unterscheidet, ist die Länge der Antwort, nicht ihre Brauchbarkeit.
Was mache ich, wenn die Antwort zu allgemein bleibt?
Fast immer fehlt Material. Geben Sie mehr eigene Angaben mit, gern doppelt so viel wie beim ersten Versuch. Ein längerer Auftrag erzeugt eine kürzere, brauchbarere Antwort.
Wo liegt die Grenze dieser Werkzeuge?
Bei allem, was Wahrheit voraussetzt. Was KI in der Pressearbeit zuverlässig kann und was nicht, steht unter Grenzen der KI in der PR.
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